Was kostet eine Restaurierung?

Bei jedem Kunstwerk handelt es sich um  ein Einzelstück, mit individueller Materialzusammensetzung und Alterungsgeschichte. Die Machbarkeit und der Aufwand von Arbeitsschritten – z.B. einer Reinigung – hängt dabei zur Überraschung Vieler weniger von der Größe des Gemäldes, sondern viel mehr von der Beschaffenheit der Malerei, von ihrer Rauheit, Pastosität sowie der chemischen und mechanischen Belastbarkeit ab.

 

Auf andere Arbeitsschritte übertragen bedeutet dies, dass die Konservierung und Restaurierung moderner Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert, insbesondere wenn sie in Mangel- oder Kriegszeiten entstanden sind, durchaus komplizierter und zeitaufwändiger ausfallen kann als die älterer Gemälde aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

 

Eine Preisliste für bestimmte Maßnahmen oder gar eine Staffelung nach Quadratmetern werden Sie aus oben genannten Gründen bei keinem seriösen Restaurator finden. Auch erklärt sich so, warum ich für ein Angebot das jeweilige Kunstwerk persönlich in Augenschein nehmen muss.

 

Ich arbeite mit größter Umsicht und Sorgfalt und prüfe im Vorfeld, welche Techniken und Methoden für eine substanzschonende Restaurierung Ihres Gemäldes unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit geeignet sind. 

Ich berechne meine Arbeiten nach Stunden. Die Materialkosten sind bei Restaurierungen in der Regel marginal. 

Wie ist der Ablauf?

Wenn möglich, bringen Sie Ihr Kunstwerk zu einer Erstbesprechung zu mir in die Werkstatt. 

Bei dieser gemeinsamen Inaugenscheinnahme erstelle ich eine erste Kalkulation. Bei komplexeren Arbeiten lassen Sie Ihr Kunstwerk vorerst bei mir und erhalten nach 1-2 Werktagen dann ein oder auch mehrere Angebote, in der Regel per Email. Anschließend entscheiden Sie, ob und in welchem Umfang ich für Sie tätig werde.

 

Ist das Kunstwerk ortsgebunden oder auf Grund seines Formates oder seines fragilen Zustandes nicht transportierbar, erstelle ich das Angebot nach einem kostenfreien Besuch bei Ihnen vor Ort. Sollten Sie trotz Transportierbarkeit des Kunstwerkes einen Besuch bei Ihnen vor Ort wünschen ist dies natürlich kein Problem. In diesem Fall berechne ich die Anfahrt nach einer geringen Kilometerpauschale. 

 

Die Dauer der eigentlichen Restaurierung ist immer abhängig vom Kunstwerk und seinem Schadensbild. Manche Restaurierungen sind nach einer Woche abgeschlossen. Für andere wiederum müssen auf Grund von Trocknungszeiten, Rüstzeiten, Testreihen oder Denkpausen mehrere Monate eingeplant werden.

Können Sie eine Wertermittlung durchführen?

Nein. Meine Kompetenz liegt den  Bereichen, die ganz direkt mit der materiellen Beschaffenheit Ihres Kunstwerkes zu tun haben. Schäden erkennen und einschätzen, individuelle Restaurierungstechniken auswählen und anpassen, maltechnische Besonderheiten untersuchen...Für die Einschätzung des Markt- oder Zeitwertes Ihres Kunstwerkes sollten Sie sich an spezialisierte Menschen aus dem kunsthistorischen Bereich wenden. In der Regel bieten Auktionshäuser oder unabhängig Gutachter Wertermittlungen an.

Können Sie ein Angebot anhand von Fotos erstellen?

Nein, bzw. nur äußerst ungern. In der Regel sind die mir zugesendeten Fotos nicht von ausreichender Qualität, um Schäden richtig einschätzen zu können. Zudem können Sie als Kunden nicht abschätzen, welche Details für meine Arbeit  relevant wären. Fotos können ein guter erster Anhaltspunkt für eine grobe Schätzung sein. Ein bindendes Angebot, bei dem sowohl Sie als auch ich finanzielle Sicherheit haben, setzt jedoch immer die persönliche Inaugenscheinnahme sowie erste Tests am Objekt voraus.

Sollten Sie sich den Transport Ihres Objektes nicht zutrauen, ist es zu groß, zu schwer beschädigt oder, oder, oder können wir gerne einen Vorort-Termin vereinbaren. Eine erster Anruf unter 0351/ 27581688 oder eine erste Email klären meist schon viele Fragen!

Benutzen Sie für Ihre Arbeiten die gleichen Materialien wie im Bild?

Es kommt drauf an! Für meine Arbeit benutze ich ausschließlich Materialien, die so alterungsbeständig wie möglich und ohne großen Aufwand weitgehend wieder entfernbar sind. Mit meiner Arbeitsethik fühle ich mich zutiefst der Charta von Venedig verpflichtet. Aus diesem Grund kommen bei mir oft natürliche Materialien, die schon seit über 1000 Jahren zur Herstellung von Gemälden benutzt werden, zum Einsatz. Dazu zählen etwa hochwertige tierische Leime, Kreiden oder Naturharze. An anderer Stelle verzichte ich dagegen bewusst auf den Einsatz altmeisterlicher Materialien – etwa auf Öle oder Wachse. Zum Retuschieren etwa verwende ich meist Aquarell- oder Gouachefarben und/oder speziell für die Restaurierung entwickelte Kunstharzfarben. Denn es ist so: Sind Ölfarbe einmal getrocknet, sind sie langfristig nur noch mit abbeizenden Lösemitteln zu entfernen. Zudem nachdunkeln sie stark nach. Würde ich Ölfarben zur Restaurierung einsetzen, sähen meine Retuschen in kurzer Zeit wie dunkle Flecken aus und wäre zudem nur schwerst wieder zu entfernen...